Mietausfallversicherung

Mietausfallversicherung

Mietausfallversicherung: Schutz, wenn die Miete ausbleibt

Die Miete ist für Vermieter die wichtigste Einnahme. Bleibt sie aus, etwa wegen Jobverlust, Überschuldung oder sogar Mietnomaden, wird es schnell teuer: Zur fehlenden Miete kommen oft Anwalts-, Gerichts- und Räumungskosten sowie Renovierungskosten dazu. Und Räumungsverfahren dauern oft Monate. Eine Mietausfallversicherung soll genau diese Lücke schließen.

Was ist versichert?

  • Ausgefallene Miete: meist für 6, 12 oder bis zu 24 Monate
  • Kosten für Rechtsstreit und Räumung: je nach Tarif Gericht, Anwalt und Räumung
  • Schäden durch Mietnomaden: oft nur mit Zusatzbaustein und bis zu einem Höchstbetrag

Was Sie beachten müssen

Damit die Versicherung zahlt, müssen Sie einige Regeln einhalten:

  • Bonitätsprüfung vor der Vermietung: Einkommensnachweise und Bonitätsauskunft des Mieters werden meist verlangt.
  • Aufrechter Mietvertrag: Leerstand ist nicht versichert.
  • Richtig vorgehen: Mahnung, Kündigung und gegebenenfalls Räumungsklage müssen frist- und formgerecht erfolgen. Schon ein Formfehler kann den Versicherungsschutz kosten.

Was nicht versichert ist

  • wenn Sie selbst Pflichten verletzt haben, zum Beispiel keine Bonitätsprüfung gemacht haben
  • Kündigung wegen Eigenbedarf oder eine einvernehmliche Auflösung
  • Schäden an der Wohnung ohne eigenen Zusatzbaustein

Übliche Grenzen

  • Selbstbehalt: meist 1 bis 2 Monatsmieten
  • Höchstbetrag: zum Beispiel 12 Monatsmieten oder ein fixer Betrag wie 20.000 Euro
  • Wartezeit: oft 3 Monate ab Vertragsabschluss

Was kostet die Versicherung?

Als grober Richtwert gelten 3 bis 5 % der Jahresnettomiete. Einfache Tarife gibt es ab etwa 10 bis 20 Euro pro Monat und Wohnung, Pakete mit Rechtsschutz oder Schadensdeckung kosten mehr.

Beispiel: Bei 800 Euro Monatsmiete zahlen Sie rund 300 bis 500 Euro im Jahr.

Lohnt sich das für Sie?

Stellen Sie sich drei Fragen:

  1. Wie hoch ist mein Risiko? Wie oft wechseln die Mieter, und wie gut ist ihre Bonität?
  2. Kann ich mehrere Monate ohne Miete aus eigenen Rücklagen überbrücken?
  3. Was kostet mich ein Totalausfall über mehrere Monate im Vergleich zu den Prämien?

Besonders sinnvoll ist die Versicherung:

  • bei hohen Mieten
  • bei Wohnungen mit Kredit, wenn die Raten von der Miete abhängen
  • bei mehreren Wohnungen, falls mehrere Mieter gleichzeitig ausfallen
  • in Regionen mit unsicherer Nachfrage

Fazit: Die Mietausfallversicherung ist kein Muss, aber ein gutes Werkzeug, wenn Ihre Liquidität knapp ist oder ein Ausfall Ihre Finanzierung gefährden würde.

Alternativen und Ergänzungen

  • Vermieter-Rechtsschutz: übernimmt Anwalts-, Gerichts- und Exekutionskosten. Das ist wichtig, wenn es zur Räumung kommt.
  • Sorgfältige Mieterauswahl: Bonitätsauskunft, Einkommensnachweise und Referenzen sind der beste Schutz vor Mietausfällen.
  • Sicherheiten im Mietvertrag: Kaution, Bankgarantie oder Bürgschaft stehen Ihnen im Ernstfall schnell zur Verfügung.
  • Kombi-Pakete: Manche Versicherer bündeln Mietausfall, Rechtsschutz und Gebäudeversicherung. Das kann Prämie und Aufwand sparen. Klären Sie aber genau, welcher Baustein wofür zahlt, damit im Schadensfall keine Lücke bleibt.

Im Original kam der Abschnitt mit den Bedingungen zweimal vor, ich habe ihn zusammengefasst. Außerdem hat sich das Original selbst widersprochen: Einmal hieß es, Schäden durch Mietnomaden seien mitversichert, später, sie seien nicht automatisch dabei. Ich habe es einheitlich als „meist nur mit Zusatzbaustein“ formuliert.